Freude am Erwachsenwerden Erstellt von KEFB im Bistum Essen | |   Übergeordnet

Verantwortung übernehmen, Traditionen neu mit Leben füllen, Glauben bestärken:

Bar-Mizwa bzeiehungsweise Firmung/Konfirmation. Für alle Generationen ein Fest!

Das Monatsplakat der ökumenischen Kampagne #beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“, nimmt die Feiern und Rituale in den Blick, in denen die die Mündigkeit und Selbstverantwortung junger Menschen bestärkt wird.

Sowohl Judentum als auch Christentum kennen Rituale des Erwachsenwerdens und Zeichenhandlungen, welche die zivile und religiöse Mündigkeit zum Ausdruck bringen, aber auch die Einladung zum christlichen Zeugnis in der heutigen Welt und zur Mitarbeit in der Gemeinde.

In der römisch-katholischen Kirche ist die Firmung das Sakrament der Mündigkeit. Der Bischof verleiht und feiert die Gabe des Geistes unter Gebet und Salbung bzw. Handauflegung. Die Firmanden empfangen Gottes Geist. Sie erwidern den Friedensgruß und sind bereit, sich selbst mit ihren Charismen in den Dienst der Menschen zu stellen. Die Firmpat*innen unterstützen sie dabei, was sie mit der Hand auf der Schulter der Jugendlichen signalisieren.

In der Evangelischen Kirche bekräftigen junge Menschen mit der Konfirmation ihre Aufnahme in die christliche Gemeinde, die zuvor mit der Taufe, meist im Säuglingsalter, geschehen ist. In der Konfirmanden-Zeit lernen die jungen Menschen die Grundlagen des christlichen Glaubens kennen, üben sich in christlicher Spiritualität ein und engagieren sich im Gemeindekontext. Nach dem Fest der Konfirmation sind sie eingeladen, ihren Weg des Glaubens in der Gemeinschaft anderer Christinnen und Christen weiter zu gehen und sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten in der Gemeinde einzubringen.

Im Judentum gelten Mädchen mit 12 und Jungen mit 13 Jahren als erwachsen, das heißt, in der Lage, Verantwortung für das eigene religiöse Leben und für die Erfüllung der Gebote vor Gott und den Menschen zu übernehmen. Von diesem Zeitpunkt an werden sie als „Bar Mitzwah“ bzw. „Bat Mitzwah“, als „Sohn/Tochter der Verpflichtung“, betrachtet und sind selbst verantwortlich für das Halten der Gebote. Im Gottesdienst legen sie zum ersten Mal ihren Tallit an und tragen den Wochenabschnitt der Torah ganz oder teilweise vor, meist in der traditionellen musikalischen Rezitationsweise. Dazu kommt noch die Haftarah, die Prophetenlesung, in Hebräisch oder in der Landessprache. Danach folgt eine kurze Predigt, manchmal wird auch ein Teil des Gottesdienstes vorgebetet. Daran schließt der Kiddusch, ein festlicher Imbiss, in der Gemeinde an und danach wird im privaten Rahmen mit Familie und Freundeskreis weitergefeiert.

Wie der Tag der Bar Mizwa für Knaben und der Bat Mizwa für Mädchen einer gründlichen Vorbereitung bedarf, so ist die Firmvorbereitung bzw. der Konfirmandenunterricht sehr wichtig. Da geht es nicht nur um äußerliche Dinge wie die angemessene Kleidung, um den Ausflug oder das Firmgeschenk des Paten oder der Firmpatin, sondern um einen Grundkurs des christlichen Lebens mit Anmeldung, wobei die Motive im Gespräch geklärt werden. Es geht um die erste bewusste Lesung der heiligen Schrift oder ausgewählter Kapitel daraus. Und es geht um die Hinführung zu einer Entscheidung, sein Leben persönlich vor Gott zu verantworten und in den Dienst der Mitmenschen zu stellen.

Kompetenzen junger Menschen fördern

Firmvorbereitung muss kompetenzorientiert angelegt sein. Die verschiedenen Fähigkeiten junger Menschen sollen bewusst gefördert und vertieft werden: die Wahrnehmung verfeinern, die Reflexions- und Kommunikationskompetenz fördern, Selbstkompetenz im Sinne des selbstständigen verantwortlichen Handelns ausbauen und die Kompetenz, das Handeln zu verlangsamen, geniessen lernen und feiern. Wichtig ist die Entwicklung einer religiösen Kompetenz in einer pluralen Welt: Den eigenen Glauben als Teil einer Gemeinschaft und auf den Grundlagen christlicher Traditionen zu entdecken, zu leben und in die vielfältigen gesellschaftlichen Bezüge einzubringen.

(Texte nach Prof. Dr. Stephan Leimgruber, Rabbinerin Dr.in Ulrike Offenberg auf https://www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de/bar-mizwa-beziehungsweise-firmung-konfirmation/)

Die ökumenischen Kampagne #beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst", möchte zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland dazu anregen , die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum wahrzunehmen

Unter dem Stichwort „beziehungsweise“ soll der Blick dabei auf die aktuell gelebte jüdische Praxis in ihrer vielfältigen Ausprägung gelenkt werden.

Die dazu eingerichtete -> Homepage bietet eine Vielzahl ergänzender Texte, Hintergrundinformationen und Veranstaltungshinweise.

Mit der Veröffentlichung und Verlinkung auf dieser Seite unterstützt und teilt die KEFB das Anliegen der Kampagne.

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